Mit dem Aschermittwoch am 5. März beginnt die Passionszeit und wie es der Name schon verrät, hat dieser Tag etwas mit der Asche zu tun: In vielen Kirchen werden die Gläubigen an diesem Mittwoch in einem besonderen Gottesdienst mit einem Aschenkreuz auf der Stirn gezeichnet. Die Asche stammt traditionell von den Palmzweigen, die im vergangenen Jahr im Gottesdienst am Palmsonntag gesegnet wurden. Die Asche ist hiermit bereits materiell mit der Karwoche und mit Ostern verbunden. Sie symbolisiert so nicht nur die Busse und Reinigung, die sie (gemischt mit Wasser) auch physisch bewirken kann, sondern sie ist vielmehr ein Symbol für die vorösterliche Zeit. Denn ohne Asche gibt es keine Auferstehung! Dies illustriert sehr schön auch die Legende vom Phönix, die um das Jahr 200 n. Chr. in einer frühchristlichen Schrift in Ägypten erzählt wird:
Es gibt einen Vogel in Indien, Phönix geheissen: Alle fünf hundert Jahre fliegt er zu den Bäumen des Libanon und füllt seine Flügel mit Wohlgerüchen. Dies zeigt er dem Priester von Heliopolis im neuen Monat an, im Nisan oder im Adar, das ist im Phamenoth oder Phamuti (d. h. im März oder im April, also in der Osterzeit). Ist dies dem Priester angezeigt, geht dieser hin und häuft Rebenholz auf den Altar. Der Vogel aber kommt nach Heliopolis, beladen mit den erwähnten Wohlgerüchen, steigt auf den Altar, entzündet für sich das Feuer und verbrennt sich selbst. Am nächsten Tag aber durchsucht der Priester den Altar und findet einen Wurm in der Asche; am zweiten Tag findet er diesen als ein Vogeljunges, und am dritten Tag findet er ihn als ausgewachsenen Vogel vor, und dieser nimmt freundlich Abschied von dem Priester und fliegt in seine Heimat zurück.
In der Passions- bzw. Fastenzeit sollten wir also nicht nur Fett verbrennen, sondern vielmehr den ‹alten Menschen› in uns, mit all seinen Fehlern, die uns belasten. Denn nur dann werden wir zu Ostern auch ‹auferstehen› bzw. erneuert werden, wie der ‹Phönix aus der Asche›.
Auf diese Art und Weise ist uns der Kreislauf des Kirchenjahres mit der Passions- und Osterzeit auch ein Symbol für den Kreislauf des Lebens und eine Zusicherung Gottes, dass das Wort zu Menschen aus dem Buch Genesis «Staub bist du, und zum Staub kehrst du zurück» (Gen 3,19) nicht sein letztes Wort war. Denn in diesem Staub befindet sich schon jetzt ewiges Leben, das eines Tages aus der Asche aufersteht.

