Husa, jednorožec a pelikán: Zjevení Krista ve stvoření v kontextu husitské teologie

Goose, Unicorn and Pelican: The Revelation of Christ in the Creation in the Context of Hussite Theology

Abstract

«The heavens are telling the glory of God and the firmament proclaims his handiwork» says the psalmist (Ps 19:1) and «since the creation of the world his eternal power and divine nature, invisible though they are, have been understood and seen through the things he has made» writes the apostle Paul (Rom 1:20). God reveals itself not only in the ‹Book of Books›, but also in the ‹Book of Creation› (nature) and so called ‹theologia naturalis› is a part of Hussite theology. However, not everybody knows that the literary source of Christian natural theology is not just the Scripture but also an almost forgotten Early Christian writing called ‹Physiologus›. The author of this small ancient work, written in Greek, probably about 200 CE in Egypt in Alexandria, is a first Christian who discovers the mystery of the revelation of Christ in the nature. This work containing allegorical interpretations of animals, plants and stones was translated into almost all cultural languages and in Middle Ages spread in the form of so called ‹bestiaries› all over Europe and it became the most translated book of ancient literature besides the bible. Its theological fundament is the belief that Christ is a hermeneutical key not only to the understanding of the Scripture, but also of the nature and of the whole world which was created through him (John 1:3).

Anotace

«Nebesa vypravují o Boží slávě, obloha hovoří o díle jeho rukou», praví žalmista (Ž 19,2), a «jeho věčnou moc a božství, které jsou neviditelné, lze totiž od stvoření světa vidět, když lidé přemýšlejí o jeho díle», píše apoštol Pavel (Ř 1,20a). Bůh se zjevuje nejen v ‹Knize knih› (bibli), ale i v ‹Knize stvoření› (přírodě), a tzv. theologia naturalis je součástí husitské teologie. Málokdo však ví, že literárním pramenem křesťanské přirozené teologie není pouze Písmo, ale že to byl teology dnes již téměř zapomenutý raně křesťanský spis zvaný Physiologus. Autor tohoto nenápadného antického díla napsaného v řečtině, pravděpodobně kolem roku 200 n.l. v egyptské Alexandrii, je prvním křesťanem odhalujícím tajemství Kristova zjevení v přírodě. Tento spis obsahující alegorické výklady zvířat, rostlin a kamenů byl však brzy přeložen téměř do všech západních kulturních jazyků a ve středověku se ve formě tzv. ‹bestiářů› rozšířil po celé Evropě a stal se nejpřekládanější knihou antické literatury vedle bible. Jeho teologickým fundamentem je přesvědčení, že Kristus je hermeneutickým klíčem nejen k porozumění Písma, ale i přírody a celého světa, jenž byl skrze něho stvořen (J 1,3).

 

„Husa, jednorožec a pelikán: Zjevení Krista ve stvoření v kontextu husitské teologie“ weiterlesen

Das ‹Evangelium der Natur›

Der Physiologus als Quelle der abendländischen Symbolik und Theologie

KURZFASSUNG

Mittelalterliche Städte sind auch in der Schweiz voll von verschiedenen Tieren aus Farben, Stein und Glas, die sich in Kirchen und Häusern und an deren Fassaden verstecken. Während es sich bei einigen Tier- und Pflanzenmotiven nur um Verzierungen handelt, bringen andere eine alte religiöse Symbolik mit sich. Diese ist für den heutigen Menschen oft rätselhaft. Zum Teil lässt sie sich mit Hilfe der Bibel entschlüsseln, wie bei dem Lamm, das im Neuen Testament Jesus bezeichnet, oder bei der Taube, die den heiligen Geist symbolisiert (vgl. Johannesevangelium 1,29.32). Dies ist allerdings nicht immer der Fall. Denn was hat das Einhorn mit der Jungfrau Maria oder der Pelikan mit Christus zu tun? Die Suche nach der Antwort führt in diesem Fall durch das ganze christliche Mittelalter bis ins antike Ägypten, zu einer kleinen frühchristlichen Schrift mit dem Namen Physiologus (der Naturkundige). Dieses kleine Buch, das wohl um das Jahr 200 n.Chr. im ägyptischen Alexandrien verfasst wurde, enthält allegorische Deutungen von Tieren, Pflanzen und Steinen, wobei es nicht nur biblische, sondern auch pagane Motive aufgreift. Der so entstandene Physiologus ist die Urquelle der christlichen theologia naturalis (natürlichen Theologie), denn mit ihm beginnend wird die ganze Schöpfung als ein Buch betrachtet, das Christus verkündigt, als ein Evangelium der Natur. Im Mittelalter wurde der Physiologus dann in Form der gut bekannten Bestiarien im ganz Europa verbreitet und hat nachhaltig die Heraldik, Kunst und Literatur geprägt.

„Das ‹Evangelium der Natur›“ weiterlesen

Schloss Gottlieben (TG)

Ein Gefängnis des böhmischen Reformators Jan Hus

«Nomen atque omen quantivis iam est preti [Name, wie Bedeutung, ist schon jeden Preis wert]» besagt eine alte Redewendung (Plautus, Persa, 625) und so kann man fragen, was es wohl bedeute, wenn ein Ort seit dem 10. Jhdt. «bei den Gott wohlgefälligen Leuten» gennant wird [6], also «Gotiliubon», heute Gottlieben. Diesen Namen belegt schon die zwischen 1134 und 1156 verfasste Chronik des Klosters Petershausen, die das von einer Edelfrau dem Hl. Gebhard vermachte «prædium» (Gut) bei «Tegirwilare» (Tägerwilen) und «Gotiliubon» erwähnt. Am Anfang der Geschichte von Gottlieben stehen also in der Tat Gott wohlgefällige Leute. Und doch ist der Name heute nicht ganz frei von Ironie, denn in die Geschichte ist Gottlieben vor allem als Gefängnis der Diener Gottes eingegangen.

„Schloss Gottlieben (TG)“ weiterlesen

Das Wirken Jesu in Galiläa bei Johannes (WUNT II/325)

Buch

Das Wirken Jesu in Galiläa bei Johannes. Eine strukturale Analyse des vierten Evangeliums mit den Synoptikern, WUNT II/325, Tübingen 2012, ISBN 978–3–16–151720–4, http://www.mohr.de.

Abstract:Das Verhältnis des Johannesevangeliums zu den Synoptikern gehört seit Origenes zu den größten Problemen der Evangelienexegese und nach der Auflösung des seit P. Gardner-Smith bestehenden Konsenses steht es heute vor einer Neubestimmung. Zu dieser will auch der Autor des vorliegenden Buchs beitragen. Zbyněk Garský analysiert mit neueren textlinguistischen Methoden die intertextuellen Bezüge des vierten Evangeliums zu den Synoptikern und zeigt am Beispiel des Wirkens Jesu in Galiläa bei Johannes, dass die Lösung des Origenes im Grunde der Intention des Johannes entspricht. Der vierte Evangelist ist ein aufmerksamer Exeget der Synoptiker und schreibt sein Evangelium in einem literarischen Gespräch mit den drei älteren Evangelien, die er dabei einer allegorischen Relektüre unterzieht. Diese intertextuelle Schreibweise lässt sich mit dem von U. Eco geprägten Begriff als „intertextuelle Ironie“ bezeichnen und stellt ein seit der Antike bekanntes Phänomen dar, das die Allegorie und Allegorese kennzeichnet.

English

The Ministry of Jesus in Galilee in the Gospel of John. A Structural Analysis of the Intertextuality of the Fourth Gospel with the Synoptics, WUNT II/325, Tübingen 2012, ISBN 978–3–16–151720–4, http://www.mohr.de.

Abstract:The relationship of John’s Gospel to the Synoptics has been one of the major problems of gospel exegesis since Origen. Today, after the dissolution of the consensus which has ruled in biblical studies since P. Gardner-Smith, this relationship is in need of redefinition, to which the author of this book wishes to contribute. Zbynĕk Garský analyzes the intertextuality of the Fourth Gospel with the Synoptics by using new methods of text linguistics and by showing through the example of Jesus’ ministry in Galilee in the Gospel of John that the solution of this issue by Origen in fact corresponds to John’s intention. The fourth evangelist is a careful exegete of the Synoptics and wrote his gospel in a literary dialogue with the three older gospels, which he rereads allegorically. This kind of intertextual writing can be described as “intertextual irony,” a term established by U. Eco, a well-known phenomenon since antiquity which characterizes the allegory and allegorizing.


Projektwebseite:  www.intertextuality.net/john/